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In den frühen 1960er Jahren feierte Frank Schöbel seine ersten Erfolge. Er war der erfolgreichste Schlagerstar der DDR und wurde mit dem Titel
„Wie ein Stern“ zu Beginn der 1970er Jahre auch in der Bundesrepublik bekannt. Daneben machte er sich als Textdichter, Komponist,
Schauspieler und Moderator im Fernsehen und Hörfunk einen Namen. Zur deutschen Wiedervereinigung präsentierte er sich mit dem „Wendehit“
„Wir brauchen keine Lügen mehr“. 2007 erhielt Schöbel den „Amiga Platin Award“ als erfolgreichster Künstler des einzigen
Plattenlabels der DDR.
mm Wie definieren Sie Schlager?
Schöbel Schlager ist für mich ein Begriff von früher. Die guten unter ihnen spiegeln die damalige Zeit musikalisch und im Text wider.
Ein Schlager sollte für die ganze Skala der menschlichen Gefühle offen sein.
mm Wie wirkten sich die Vorgaben über Unterhaltungsmusik in der DDR auf Sie persönlich aus?
Schöbel 1965 zog Walter Ulbricht gegen Anglizismen in der Kultur zu Felde. Meine 1964er Hits „Looky Looky“,
„Teenagerträume“ und „Party Twist“ wurden deshalb im Rundfunk gesperrt. Als ich mich zur gleichen Zeit bei der Armee weigerte,
in Uniform ein Lied über das „herrliche Leben in der NVA“ zu singen, fiel ich offiziell in Ungnade. 1967 sang ich trotz allem auf dem Neujahrsempfang
der DDR-Regierung. Eine Woche später grüßten mich linientreue Kollegen wieder im Rundfunk.
mm Was unterschied den Schlager in Ost und West?
Schöbel Die Kulturfunktionäre der SED nahmen den Schlager „in den Kämpfen der Zeit“ – wie sie es nannten – ernst. Sie hätten ihn
gerne politisiert und wollten eine sozialistische Unterhaltungsmusik schaffen. Das hat das Volk jedoch nie angenommen und so sind Versuche wie der Lipsi
gescheitert. Man kann den Menschen nicht befehlen, was sie in ihrer Freizeit tun und hören wollen. Politiker im Westen haben sich bestenfalls mit
„Stars“ geschmückt. In der DDR wurde mehr auf Qualität geachtet, während man im Westen immer auf Verkaufszahlen aus war und damit dem Geschmack des
Publikums hinterherrannte.
mm Der Schlager hat heute für viele Menschen ein negatives Image – zu Recht?
Schöbel Dem Schlager sagt man im Text viel Dummheit und in der Musik oft Banales nach. Wenn ein Hit auf der Höhe der Zeit ist und viele das
gut finden, kann man nichts dagegen tun. Es gibt Schlimmeres!
Interview: Annette Wilczek
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Mit „Wie ein Stern“ schaffte Frank Schöbel 1971 den Aufstieg in den gesamtdeutschen Schlagerhimmel.
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Frank Schöbel verkörperte in den 1970er Jahren den modernen jungen Star.
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