2/2008

   Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

Übersicht  
Titel     
 Melodien für Millionen
 „Wie ein Stern“
 „Ein Prosit der
 Gemütlichkeit“
 „Wenn bei Capri die rote
 Sonne im Meer versinkt“
 „Ich weiß, es wird einmal
 ein Wunder gescheh’n“
 „Sing mit mir ein kleines
 Lied“
Ausstellungen  
Infothek  
Ausgewählt  
Brennpunkt  
Zeitgeschichtliches
Forum Leipzig  
Berlin        
Karikatur                       
Editorial                      
Termine 2/2008                
Impressum 2/2008                
Archiv                                        

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

Titel

 

„Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n“

Textdichter Bruno Balz

Mehr als 1.000 Texte stammen aus seiner Feder, doch sein Name ist weitgehend unbekannt geblieben: Bruno Balz. Geboren 1902, begann seine Karriere als Textdichter mit dem Aufkommen des Tonfilms. Für den Film „Dich hab' ich geliebt“ (1929) verfasste er die Liedtexte und setzte sich damit gegen die Konkurrenz im Musikgeschäft durch.

Viele von ihm getextete Schlager wie „Roter Mohn“, „Der Wind hat mir ein Lied erzählt“, „Sing, Nachtigall, sing“ sind bis heute Evergreens. Die Künstler, mit denen Balz eng zusammenarbeitete, lesen sich wie das „Who is who“ der Schlagergeschichte. Insbesondere mit dem Komponisten Michael Jary und der Sängerin Zarah Leander verband ihn über Jahrzehnte eine enge und kreative künstlerische Zusammenarbeit.

Im Dienst der Propaganda?

Während des Nationalsozialismus wurde Balz aufgrund des Homosexuellenparagrafen 175 StGB zweimal inhaftiert. Als 1941 für die Ufa-Produktion „Die große Liebe“, für die Michael Jary die Musik komponierte, Texte benötigt wurden, gelang es Jary, durch direkte Intervention bei Propagandaminister Joseph Goebbels für die sofortige Freilassung seines Freundes zu sorgen, um auf diese Weise „einen Beitrag zur Kriegsanstrengung“ zu leisten. Das Ergebnis der Arbeit waren die Lieder „Davon geht die Welt nicht unter“ und „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n“. Wenige Wochen nach Kriegsende wurde Balz von den Alliierten angeklagt, „Durchhalteschlager“ getextet zu haben. Balz, der nur wenig über sein Leben preisgeben wollte, geriet in Beweisnot. Er musste gegen seinen Willen seine Homosexualität und eine eingegangene Scheinehe offenbaren. Letztlich wurde Bruno Balz am 26. Oktober 1946 durch die amerikanische Alliiertenbehörde freigesprochen und konnte seine erfolgreiche Karriere fortführen.

„Wir wollen niemals auseinandergeh'n“

Einer seiner letzten großen Erfolge war der Schlager „Wir wollen niemals auseinandergeh'n“, ein Lied, das er für Zarah Leander textete, aber letztlich die damals noch kaum bekannte Heidi Brühl interpretierte. Danach wurde Balz nur noch einmal von der Öffentlichkeit wahrgenommen, als Produzent Wolfgang Roloff ein Lied für seinen Schützling Heintje suchte. Den Titel „Mama“ hatte Balz bereits 1941 für Benjamin Gigli geschrieben, dessen Film „Mutter“ jedoch keine Resonanz gefunden hatte. In der Version von Heintje avancierte das Lied zum Welterfolg. Von den Tantiemen des Liedes ließ Balz ein SOS-Kinderdorf bauen, um Waisenkindern eine neue Heimat zu geben.

Martin Lücke

Die Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander mit ihrem Textdichter Bruno Balz 1964

 

„Und bringt das Leben mir auch Kummer und Schmerz, dann denk ich nur an dich. Es betet ja für mich, oh Mama, dein Herz…“: Heintje machte den Text von Balz bekannt.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang