1/2010

 

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Bonn

Hauptsache Arbeit

Ausstellungseröffnung

Das Thema Arbeit berührt uns alle. Vor allem in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise, hoher Arbeitslosigkeit und fortschreitenden Strukturwandels wird deutlich: Arbeit ist keine abstrakte ökonomische Größe. Arbeit betrifft den Menschen existenziell und beschäftigt ihn weitaus mehr als die Hälfte seines Lebens.


Diese Thesen begleiteten am Eröffnungsabend die Besucher der Ausstellung „Hauptsache Arbeit. Wandel der Arbeitswelt nach 1945“ im Haus der Geschichte am 1. Dezember 2009. Sowohl Prof. Dr. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, als auch Dr. Arno Balzer, Chefredakteur des manager magazins, stellten heraus, dass der Wandel der Arbeitswelt gleichzeitig berufliche und individuelle Konsequenzen für den Menschen beinhaltet. Das Thema „Hauptsache Arbeit“ sei demnach nicht nur zutiefst menschlich, sondern vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise auch höchst aktuell. Rund 600 Exponate, Dokumente, Film- und Tonbeiträge sowie 50 Zeitzeugeninterviews führen in der Ausstellung die Veränderungsprozesse der Arbeitswelt sowie den Wert derselben vor Augen. Letzterer wird in einer Gegenüberstellung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR besonders bemerkenswert: Trotz unterschiedlicher politischer Rahmenbedingungen bewerteten die Menschen in beiden deutschen Teilstaaten in der Retrospektive den Wert ihrer Arbeit ähnlich.


Neben den fundamentalen Veränderungen der Arbeit nach 1945 stellt die Ausstellung auch Bezüge zur aktuellen Situation her und gibt Ausblicke, denn: „Die Berufswelt wird sich in der Zukunft noch einmal kräftig verändern, massiv angestachelt durch die Weltwirtschaftskrise“, prophezeite Balzer am Eröffnungsabend. Die Lösung könne nicht ein „immer schneller, immer mehr“ sein, so der Wirtschaftswissenschaftler, sondern der Mensch selbst habe es in der Hand, zu entscheiden, wie er die Zukunft gestalten wolle. Darin liege trotz Krise und Arbeitslosigkeit die größte Chance.

Dr. Arno Balzer, Chefredakteur des manager magazins, bei der Ausstellungseröffnung am 1. Dezember 2009.

 

 



 

 

Ulrike Zander