3/2003

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Gezeichnete Geschichte

Das Werk Helmuth Ellgaards

Romanillustrationen, Kinoplakate, Pressezeichnungen, Zeichnungen zum Alltag und zu technischen Zukunftsvisionen - Helmut Ellgaards Werk hat viele Facetten. In seinen Bildern hält er das Geschehen und Denken des 20. Jahrhunderts anschaulich fest.

Helmuth Ellgaard, geboren am 3. März 1913 in Hadersleben (Dänemark), lernt den sicheren Umgang mit Stift, Farbe und Kohle in den 1930er Jahren während seiner Ausbildung als Bühnenmaler am Kieler Stadttheater. Bereits damals arbeitet er als Zeichner für die "Kieler Neuesten Nachrichten". 1938 zieht es ihn nach Berlin, wo sein großes Vorbild Theo Matejko lebt. Dort knüpft er unter anderem Kontakte zum Ullstein Verlag und veröffentlicht in der "Berliner Illustrirten". Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird Ellgaard im Rang eines Leutnants zu einer Propagandakompanie eingezogen.

Filmplakat "Die Brücke" von 1959

In der Nachkriegszeit ist Ellgaard vornehmlich in Berlin, München und Hamburg als Pressezeichner und Illustrator tätig. Seine Zeichnungen erscheinen unter anderem in "Revue", "Quick", "Heim und Welt", "Kristall", "Bild" und "Bunte". Das Spektrum seiner Arbeit ist vielfältig: Es umfasst Themen des Wirtschaftswunders ebenso wie Erfindungen und technische Zukunftsvisionen oder heitere Gesellschaftsszenen. Es entstehen Illustrationen zu Fortsetzungsromanen wie "Arabische Nächte", "Kennwort: Rumpelstilzchen" oder "Leben und sterben lassen". Häufig verwendet er dabei Gesichtszüge Prominenter und aus der eigenen Familie als Vorlage für die Zeichnungen. Seine Arbeiten ersetzen aber - so zum Beispiel während des Koreakriegs - auch den Mangel an Fotografien. Neben Zeitschriften- und Buchverlagen zählt die Filmindustrie zu seinen wichtigsten Auftraggebern. Ellgaard entwirft Filmplakate, für die er vor Ort bei den Dreharbeiten recherchiert. Die Plakate spiegeln das Programm der deutschen Filmtheater der 1950 / 60er Jahre wider.

Gedränge am Himmel: Titelillustration aus dem Jahr 1957

Auto putzen, Stricken, Schmökern - eine deutsche Vorstadtidylle

Mit der Schenkung von mehr als 250 Arbeiten aus dem Nachlass seines Vaters übergab Peter Ellgaard, früherer ZDF-Hauptstadtstudioleiter und Leiter von "Bonn direkt" und "Berlin direkt", am 10. April 2003 dem Haus der Geschichte einen wichtigen Bestand an Zeichnungen zur deutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei beschrieb der Journalist die Tätigkeit seines Vaters als "vergessenen und ausgestorbenen Beruf, in einer Zeit, in der wir mit Fernsehbildern überschwemmt werden."

Hanno Sowade

Die Präsentation war vom 10. April bis 2. Mai 2003 im Informationszentrum des Hauses der Geschichte zu sehen.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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