|
|
 |
|
|
Ausstellungen |
 |
 |
|
|
 |
Gezeichnete Geschichte
|
 |
 |
Das Werk Helmuth Ellgaards |
|
Romanillustrationen, Kinoplakate, Pressezeichnungen, Zeichnungen zum Alltag und zu technischen Zukunftsvisionen - Helmut Ellgaards Werk
hat viele Facetten. In seinen Bildern hält er das Geschehen und Denken des 20. Jahrhunderts anschaulich fest.
Helmuth Ellgaard, geboren am 3. März 1913 in Hadersleben (Dänemark), lernt den sicheren Umgang mit Stift,
Farbe und Kohle in den 1930er Jahren während seiner Ausbildung als Bühnenmaler am Kieler Stadttheater. Bereits
damals arbeitet er als Zeichner für die "Kieler Neuesten Nachrichten". 1938 zieht es ihn nach Berlin, wo sein
großes Vorbild Theo Matejko lebt. Dort knüpft er unter anderem Kontakte zum Ullstein Verlag und veröffentlicht in
der "Berliner Illustrirten". Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wird Ellgaard im Rang eines Leutnants zu einer
Propagandakompanie eingezogen.
|
 |
Filmplakat "Die Brücke" von 1959 |
|
|
In der Nachkriegszeit ist Ellgaard vornehmlich in Berlin, München und Hamburg als Pressezeichner
und Illustrator tätig. Seine Zeichnungen erscheinen unter anderem in "Revue", "Quick", "Heim und Welt",
"Kristall", "Bild" und "Bunte". Das Spektrum seiner Arbeit ist vielfältig: Es umfasst Themen des
Wirtschaftswunders ebenso wie Erfindungen und technische Zukunftsvisionen oder heitere Gesellschaftsszenen.
Es entstehen Illustrationen zu Fortsetzungsromanen wie "Arabische Nächte", "Kennwort: Rumpelstilzchen"
oder "Leben und sterben lassen". Häufig verwendet er dabei Gesichtszüge Prominenter und aus der eigenen
Familie als Vorlage für die Zeichnungen. Seine Arbeiten ersetzen aber - so zum Beispiel während des
Koreakriegs - auch den Mangel an Fotografien. Neben Zeitschriften- und Buchverlagen zählt die Filmindustrie
zu seinen wichtigsten Auftraggebern. Ellgaard entwirft Filmplakate, für die er vor Ort bei den Dreharbeiten
recherchiert. Die Plakate spiegeln das Programm der deutschen Filmtheater der 1950 / 60er Jahre wider.
|
 |
Gedränge am Himmel: Titelillustration aus dem Jahr 1957 |
|
 |
Auto putzen, Stricken, Schmökern - eine deutsche Vorstadtidylle |
|
Mit der Schenkung von mehr als 250 Arbeiten aus dem Nachlass seines Vaters übergab Peter Ellgaard,
früherer ZDF-Hauptstadtstudioleiter und Leiter von "Bonn direkt" und "Berlin direkt", am 10. April 2003 dem
Haus der Geschichte einen wichtigen Bestand an Zeichnungen zur deutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei beschrieb
der Journalist die Tätigkeit seines Vaters als "vergessenen und ausgestorbenen Beruf, in einer Zeit, in der wir
mit Fernsehbildern überschwemmt werden."
Hanno Sowade
|
|
Die Präsentation war vom 10. April bis 2. Mai 2003 im Informationszentrum des Hauses der Geschichte zu sehen. |
|
|
 |
|